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Wie Sie schneller zu besseren Prozessen kommen (Teil 1)

May 11, 2011

Teil 1: Einleitung

 

Nüchtern betrachtet hat sich die IT-Unterstützung von Prozessen – früher durch Workflow-Management-Systeme (WFMS), heute durch Business Process Management Systeme (BPMS) – irgendwo auf halben Wege zwischen hoher Erwartungshaltung und Resignation eingependelt.

Dabei ist die BPMS-Story verlockend:

  • Definiere den gewünschten Arbeitsablauf mit Hilfe eines grafischen Modelleditors
  • Generiere hieraus einen ablauffähigen, maschinenlesbaren Code
  • Integriere die Systeme, die für einzelne Aufgaben im Prozess benötigt werden
  • Lasse das Ganze auf einer BPMS-Plattform ausführen

Das Ergebnis sollte dann ein Prozess sein, der den entsprechenden Mitarbeitern/Rollen ihre jeweiligen Aufgaben inkl. der zur Bearbeitung benötigten Informationen und Systeme im Kontext der Prozesslogik zuweisst.

Der Vorteil? Nun, da fangen die Geister schon an, sich zu scheiden. Unbestritten ist, daß Prozesse, in denen einzelne oder mehrere Aufgaben teil- oder vollautomatisiert ablaufen, auf Dauer kostengünstiger sein können als rein manuelle Prozesse und auch in Punkto Durchlaufzeit liefert die Automatisierung deutliche Vorteile. Aber gilt dies prinzipiell für alle Prozesse eines Unternehmens? In jeder Branche?

Erinnern Sie sich noch an den Büroboten, der mit seinem Wägelchen die ‘Umlaufmappen’ verteilte und wie lange Vorgänge damals brauchten, bis alle Stellen und Bearbeiter im Haus abgeklappert waren? In der Zwischenzeit haben wir das Wägelchen gegen ein selbstlenkendes Bobbycar namens e-Mail ersetzt und haben immer noch nicht genug, denn die BPMS-Story zeigt uns seit einigen Jahren, daß es mit dem Ferrari noch besser geht als mit dem Bobbycar.

Warum also kommen wir nicht schneller ans Ziel? Warum brauchen wir immer noch endlos lange und aufwändige Projekte, an deren Ende zwar das Projektteam für Fleiss und Einsatz gelobt wird, die wenigsten Anwender – Management wie Mitarbeiter – aber jubelnd durch die Gänge laufen und Loblieder auf BPMS anstimmen? (Es liegt übrigens nicht daran, daß sie auf den Gängen von vorbeirasenden Ferraris umgefahren werden)

Wenn es also nicht die Technik ist – die Ferraris a la IBM, Software AG, Tibco, Metasonic fahren tatsächlich, Sie können auch jederzeit eine Testfahrt buchen und es gibt sie in unterschiedlichen Ausstattungsvarianten – dann muss es andere Gründe geben, weshalb die Art, wie wir durch betriebliche Abläufe Werte erzeugen, zwar durch einen Ferrari unterstützt wird – am Ende aber nur der Leistung eines Ladas entspricht.

 

Lesen Sie im 2. Teil: Wenn Prozessmodelle eine Eindeutigkeit vortäuschen

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